Nachtsichtassistent: Sicher in der Dunkelheit unterwegs
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2024
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Nachtfahrten liegen nicht jedem
Nachtfahrten sind nicht bei jedem Autofahrer unbedingt beliebt. In der Dunkelheit müssen sich die Augen grundsätzlich mehr anstrengen, denn sie sehen nicht so scharf wie tagsüber, also wenn es hell ist. Auch macht sich nachts schneller Müdigkeit am Steuer breit und die Konzentration lässt rascher nach. Viele Personen stören sich zudem an falsch eingestellten, blendenden Abblendlichtern anderer Autofahrer. Das muss selbstverständlich nicht für jeden Fahrer gelten: Manch einer mag gerne in der Dunkelheit im Auto sitzen, weil nachts meist deutlich weniger Verkehr auf den Straßen herrscht.
Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen stets den Überblick über das Geschehen auf der Straße vor Ihnen zu behalten, sind Sie in erster Linie auf die Beleuchtung Ihres Fahrzeugs angewiesen. Ein Nachtsichtassistent kann diese allerdings ergänzen und Ihnen helfen, Hindernisse schneller zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis:
FAQ: Nachtsichtassistent
Mithilfe einer Infrarotkamera erkennt das System Personen auf der Fahrbahn, also z. B. Fußgänger und Radfahrer und macht diese für den Fahrer besser sichtbar.
Da ein passiver Nachtsichtassistent nur warme Hindernisse erkennt (also z. B. Personen auf der Fahrbahn), erkennt er keine kalten Objekte (z. B. das Fahrrad, das von einer Person geschoben wird).
Im Gegensatz zum passiven System, macht das aktive nicht nur warme Dinge sichtbar, durch einen eigenen Infrarotscheinwerfer lassen sich auch kalte Hindernisse auf der Fahrbahn (z. B. Landstraße) erkennen.
Wann ist eine Nachtsichtkamera im Auto sinnvoll?
Fahrassistenzsysteme sollen in verschiedenen Situationen eine Hilfe für den Fahrer sein, aber sie agieren nicht völlig eigenständig oder übernehmen das Fahren gar selbst. Nachtsichtgeräte für das Auto können trotzdem die Sicherheit erhöhen, denn es sind einige Situationen denkbar, in denen Ihre Scheinwerfer Ihnen eine Gefahr auf der Straße nicht rechtzeitig zeigen.
Außerhalb und innerhalb geschlossener Ortschaften sind die Gefahrenquellen andere: Befinden Sie sich auf einer Landstraße oder auf einer Autobahn, gibt es üblicherweise keine Straßenbeleuchtung. Sie sehen also nur durch Ihre Fahrzeugbeleuchtung überhaupt etwas – sofern kein Nachtsichtassistent in Ihrem Auto verbaut ist. So ein Assistent kann beispielsweise hilfreich sein, weil auf Landstraßen häufig die Gefahr besteht, dass Wild die Fahrbahn kreuzt. Auch mit Fußgängern oder mit liegengebliebenen Fahrzeugen rechnen die meisten Fahrer hier nicht.
In der Stadt – und hier insbesondere in der Innenstadt – sind hingegen häufig viele Lichter, die den Fahrer bei Dunkelheit leicht blenden oder ablenken können. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn es regnet oder schneit. Im Auto eine Nachtsicht-Kamera zu haben, kann helfen, Fußgänger und Radfahrer im Dunkeln leichter wahrzunehmen. Dies fällt häufig besonders schwer, wenn diese dunkel gekleidet sind.
Infrarotkamera im Auto: Aktiv im Straßenverkehr
Grundsätzlich kann ein Nachtsichtassistent in einer aktiven oder in einer passiven Variante auftreten. Das gilt sowohl für Neuwagen mit integriertem Nachtsichtsystem als auch für den Fall, dass Ihr Nachtsichtassistent zum Nachrüsten gekauft wurde. Die Bezeichnung als aktiv oder passiv bezieht sich allerdings nicht darauf, dass manche Modelle in Gefahrensituationen eingreifen.
Eine Kfz-Überwachungskamera mit Nachtsicht, welche mit Infrarot arbeitet, wird als aktiv bezeichnet. Das liegt daran, dass derartige Systeme an Infrarotscheinwerfer gekoppelt sind, welche aktiv Infrarotlicht ausstrahlen. Anhand der Reflektionen wird ein Schwarz-Weiß-Bild angefertigt, das der Fahrer üblicherweise im Display des Navigationssystems sehen kann.
Die Infrarotscheinwerfer leuchten dauerhaft als eine Art unsichtbares Fernlicht. Mit dessen Hilfe sollen auch Objekte, die keine Wärme abstrahlen, deutlich auf dem Bild sichtbar gemacht werden.
Wärmebildkamera: Der passive Assistent
Wollen Sie ein Nachtsichtgerät für Ihr Auto nachrüsten oder einen entsprechend ausgerüsteten Neuwagen kaufen, können Sie sich auch für einen passives System entscheiden. Als solches wird es bezeichnet, wenn es keine Infrarotscheinwerfer verwendet. Vielmehr arbeitet so ein Nachtsichtassistent mit einer infrarotempfindlichen Kamera.
Daraus resultiert, dass vor allem wärmere Objekte auf dem Display dargestellt werden. Das funktioniert umso besser, je deutlicher sich deren Temperatur von der Umgebung unterscheidet. Auch ein solches Nachtsichtsystem für das Auto – zum Nachrüsten oder originalverbaut – stellt das Bild der Kamera als Schwarz-Weiß-Bild bzw. in unterschiedlichen Grautönen dar. Das folgende Video zeigt Ihnen beispielhaft, wie ein Nachtsichtassistent im Fahrzeug aussehen kann:
Fehlerquellen und Anwendungsprobleme
Verschiedene Modelle von Nachtsichtassistenten bieten auch eine unterschiedliche Leistung. So ist der Bereich, der vor dem Fahrzeug durch die Kamera erfasst wird, nicht einheitlich. Hier ergeben sich teils deutliche Abweichungen: Bereiche bis 150 m sind ebenso möglich wie Bereiche bis 300 m.
Grundsätzlich zeigt der Nachtsichtassistent wärmere Objekte in hellerer Darstellung auf dem Display. Ein Problem kann sich beispielsweise ergeben, wenn sich ein Fußgänger, der stark isolierende Kleidung trägt, auf der Straße befindet. In so einem Fall wird er nicht gleichermaßen deutlich angezeigt wie eine Person, deren Kleidung die Körperwärme kaum isoliert. Mit abnehmender Entfernung zum Hindernis wird es allerdings deutlicher im Display angezeigt.
Ein ähnliches Problem wäre beispielsweise eine Person, die neben einem warmen Fahrzeug kniet, etwa um einen Reifen zu wechseln. Ein Nachtsichtassistent wird in vielen Fällen Probleme haben, ein Hindernis als Person zu identifizieren.
Ob beispielsweise ein Fußgänger deutlich erkennbar ist, hängt auch davon ab, wie stark die Umgebung auf dem Display zu sehen ist. Bei kompletter Darstellung kann es sich schwierig gestalten, auf den ersten Blick eine Wärmequelle auf dem Bild auszumachen. Ein Fußgänger wäre dort ähnlich sichtbar wie bei normaler Sicht am Tag.